Sep
9
2012

Mein Hund ignoriert mich – wie werde ich interessanter für meinen Hund?

Abzuschätzen, wie gut die Beziehung zwischen Hund und Herrchen ist, ist auf den ersten Blick nicht immer einfach. Auf den zweiten Blick stellt man fest, dass es da doch Unterschiede gibt. Wenn es draußen interessant riecht, dann kann das geliebte Herrchen oder Frauchen gerne mal ein paar Minuten warten, bis Bello sich bequemt, auf das “Komm” zu reagieren. Ein sicheres Indiz dafür, dass der Mensch nicht ganz oben auf der Interessenskala steht. Wie bringt man nun seinen Hund dazu, sich mehr für einen zu interessieren? Wie wird man spannend für seinen Hund?

Verwaltung von Ressourcen

Der Futtergeber ist grundsätzlich interessant – vor allem bei fressfreudigen Hunden. Viele Halter verschenken diesen Vorteil aber, indem sie das Futter einfach lieblos in den Napf klatschen und diesen dann für den Hund parat stellen. Sie werden viel spannender und wichtiger, wenn Sie die Fütterung mit einem kleinen Spiel verbinden. Teilen Sie das Futter in mehrere Portionen oder Brocken auf und verstecken Sie es in Ihrem Garten oder auf einem anderen geeigneten Gelände. Dann gehen Sie mit Ihrem Hund gemeinsam dorthin – gemeinsam auf die Jagd sozusagen. Da Sie schon wissen wo das Futter ist, können Sie sich dort hinhocken, darauf zeigen und dem Hund mit “Schau mal” oder einem anderen Kommando signalisieren, dass Sie etwas gefunden haben. Nach und nach wird die Bindung zwischen Ihnen stärker werden, da Sie nun nicht mehr der Futterautomat sind, sondern auch noch ein toller Jäger. Verstecken Sie das Futter nicht zu einfach, lassen Sie Ihren Hund ruhig ein bisschen dafür arbeiten. Legen Sie zum Beispiel Blätter darüber, oder wickeln Sie das Futter in eine Decke ein – es gibt viele Möglichkeiten.

Lassen Sie sich nicht manipulieren

Wie oft Hunde uns selber erziehen oder manipulieren, merken wir oft erst, wenn wir gezielt darauf achten. Jeder kennt vielleicht die Situation: Sie haben ein Leckerchen und noch gar kein Kommando gegeben und Ihr Hund sitzt unheimlich brav und wedelnd vor Ihnen und scheint zu sagen “Schau mal wie fein ich Sitz gemacht habe, nun habe ich mir das Leckerchen verdient.” Der Fehler ist es aber nun die Belohnung zu geben. Denn in diesem Fall hat der Hund uns erfolgreich erzogen und uns als Belohnungsmaschine benutzt. Der Hund agiert – der Halter reagiert. Das ist die falsche Reihenfolge! Achten Sie stets darauf, der Agierende zu sein. Wie kann dies nun bei unserem Beispiel aussehen? Ihr Hund sitzt vor Ihnen, ohne dass Sie das Kommando gegeben haben und wartet auf die Belohnung. Geben Sie Ihm einen anderen Befehl (zum Beispiel “Platz”) und nach Ausführung das Leckerchen. So hatten Sie sozusagen das letzte Wort. Denn wer sich manipulieren lässt ist langweilig und vorhersehbar. Wer agiert statt nur zu reagieren ist spannend und hat das Sagen.

Was außerdem wichtig ist sind Konsequenz und dass Sie sich für das Rudel stark machen. Dazu aber in einem separaten Beitrag in Kürze mehr.

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