Jul
9
2011

Kläffer: mein Hund bellt Fremde an

Dieses Problem haben viele Hundehalter: kommen Fremde beim Spaziergang zu nahe – am besten noch mit eigenem Hund – geht das Gebell los. Wahlweise springt der eigene Wuffi dabei noch wie ein wild gewordenes Karnickel herum und zieht an der Leine als ginge es um Leben und Tod. Die andere Variante sind Hunde, die direkt stehen bleiben oder rückwärts laufen während gekläfft wird, was das Zeug hält. So oder so – dieses Verhalten mag kein Hundehalter.

Warum bellt mein Hund Fremde an?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Häufig ist das Anbellen von Fremden durch Angst motiviert. Der Fremde soll durch den Krach verjagt werden. Ängstliches Bellen zeigt sich zum Beispiel an einer eingezogenen Rute, zurückgelegten Ohren, Rückwärtslaufen, eventuell auch Sträuben und knurren – die Anzeichen können aber variieren.

Ein weiterer Auslöser ist Dominanz. Ihr Hund glaubt möglicherweise, dass er den Ton angibt und für den Schutz des Rudels verantwortlich ist, also muss er die anderen fernhalten. Eventuell traut er Ihnen auch nicht zu, das “Problem” selber zu lösen. Diese Hunde zeigen meistens gesträubtes Fell und eine nicht eingezogene Rute, oft versuchen sie auch auf den Fremden zuzugehen.

Es kann noch andere Gründe geben. Welpen zum Beispiel sind einfach neugierig und gehen eventuell deswegen auf Fremde (besonders mit Hunden) zu. Ermöglichen Sie Welpen den Kontakt zu möglichst vielen verschiedenen Menschen und Hunden. Lassen Sie ihn positive Erfahrungen sammeln.

Mein Hund soll aufhören, Fremde anzubellen

Wie bringt man den Hund am besten von diesem Verhalten ab? Auch hier gibt er verschiedene Ansatzpunkte, es kommt aber auch auf den Grund des Bellens an. Hat Ihr Hund Angst vor Fremden, dann liegt es in Ihrer Hand, die Begegnung mit fremden Menschen für Ihren Hund mit positiven Reizen zu verknüpfen. Geben Sie Ihrem Hund in Anwesenheit von Fremden besonders tolle Leckerchen oder lassen Sie direkt den Fremden füttern (diese Methode funktioniert am besten, indem Sie sich vorher mit ein paar Personen absprechen). Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es nicht von einem Tag auf den anderen Erfolg zeigt – eine tiefsitzende Angst ist etwas, das Ihr Hund erst über einen gewissen Zeitraum abschütteln kann.

Bellt Ihr Hund nicht aus Angst sondern aus Dominanzgründen, dann zeigen Sie ihm durch Sicherheit und Souveränität, dass Sie der Herr des Rudels sind und die Sache im Griff haben. Gehen Sie auf die Fremden zu und schütteln Sie die Hände. Sprechen Sie die Person an und wechseln Sie ein paar Worte (für dieses Training sind vorherige Absprachen ebenfalls hilfreich). Danach kann der Fremde eventuell versuchen, Ihren Hund zu streicheln. Wirkt dies nicht, gibt es noch die Möglichkeit, bei jedem Anzeichen von Kläffen (also sobald Sie merken “Jetzt geht es gleich los”), die Richtung zu ändern. Sie steigert der Hund sich nicht jedes Mal in die Situation hinein. Das Verhalten ist oft schon tief verwurzelt und antrainiert denn nach Sicht des Hundes hatte er bisher immer Erfolg mit seinem Bellen: Der Fremde ist weggegangen!

Wenn Ihr Hund Leckerchen liebt, können Sie auch versuchen, Ihren Hund regelmäßig von den Fremden abzulenken. Locken Sie Ihn mit Leckerchen neben sich her und Loben Sie ihn, wenn er ruhig war und Sie mehr beachtet hat, als den Fremden.

Hunde, die am Gartenzaun Leute verbellen, sollten Sie ohne Kommentar nach drinnen holen (Schleppleinen helfen hier Wunder).

Typische Fehler

Vermeiden Sie auf jeden Fall Schimpfen oder Anschreien des Hundes. Ihr Hund wird es höchstwahrscheinlich nicht als Strafe für sein falsches Verhalten sondern als Bestätigung empfinden (Sie bellen mit ihm und machen Krach). Auch Rucken an der Leine oder sonstige körperliche Gewalt sind nicht hilfreich – es erhöht nur den Stresspegel des Vierbeiners wodurch er noch reizbarer ist. Außerdem ist auch Ihre eigene innere Einstellung zu der Situation wichtig: Ihr Hund spürt Ihre Anspannung und wird dadurch auch selber angespannter, es untermauert seine Angst. Seien Sie möglichst gelassen und sicher. Viel Erfolg!

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