Sep
11
2013

Einen Hund halten ohne eigenes Grundstück – geht das?

Vor kurzem hat der “VOX-Hundeprofi” (Martin Rütter) bei Jürgen Domian dem Nachttalker angerufen, um sich über einen Beißvorfall einer anderen Anruferin auszutauschen. Am Ende des Geprächs verriet Domian, dass er selber gerne einen Hund halten würde, aber Zweifel daran hat, ob seine Wohnung dafür ausreichen würde… schließlich darf man (große) Hunde nur halten, wenn man einen großen Hof oder Garten hat, richtig? Nein.

Es kommt nicht auf die Quadratmeter an…

Natürlich ist es schön für den Vierbeiner, wenn er einen Garten oder Hof zu seinem “Revier” zählen kann. Es erleichtert auch uns Menschen den Alltag, weil wir Bello einfach auf den umzäunten Hof lassen können, wenn er mal muss und wir gerade nicht rausgehen können oder wollen. Aber ein Muss ist es deswegen noch lange nicht! Wer von uns Hundehaltern hat seinen Hund schonmal mit 20 km/h durchs Haus oder durch die Wohnung preschen sehen? … Sehen Sie – so oft kommt das nicht vor. Sie müssen keine 100 m² Wohnung und keinen Garten haben, wenn Sie Ihrem Hund genug Beschäftigung anbieten können. Das ist ohnehin viel wichtiger und spannender für Ihren Hund, als stundenlang alleine in einem Garten rumzugammeln.

Köperliche Beschäftigung

Fofo3-300x196 in Einen Hund halten ohne eigenes Grundstück - geht das?Einmal wäre da natürlich das klassische Gassi-Gehen, auch  Spaziergang genannt. Einmal um den Block, fünf Kilometer durch den Wald, gejoggt oder normal gelaufen – optimal sind mehrere Spaziergänge über den Tag verteilt – je nach Bedarf des Hundes (Huskys wollen normalerweise mehr Laufen als Yorkshire-Terrier). Mindestens ein Spaziergang am Morgen und einer am Abend sind Pflichtprogramm (allein schon wegen der Verdauung…).

Sie können dabei auch mal variieren: Wenn Ihr Hund gut am Fahrrad läuft, können Sie zum Beispiel auch auf diese Art eine Runde drehen. Inline-Skates sind auch eine Möglichkeit, sofern Ihr Hund an der Leine gut unter Kontrolle ist.

Sie müssen aber auch nicht zwingend nach Draußen gehen, um den Hund körperlich zu beschäftigen. Wenn Sie einen geeigneten Platz in der Wohnung haben, können Sie dort auch vorsichtig Bällchen werfen bzw. rollen (aber nicht gerade neben Ur-Großmutters Prozellanvase) – dafür eignen sich zum Beispiel lange Flure; da steht meistens auch nichts Zerbrechliches herum. Die Methode eignet sich eher für kleinere Rassen.

Auch Zerrspiele können drinnen gespielt werden.

Geistige Beschäftigung

Von vielen Haltern unterschätzt – die intellektuelle Beschäftigung Ihres Hundes. Ja, auch das strengt an und lastet Ihren Vierbeiner auf eine positive Art und Weise aus. Sie können zum Beispiel Clickern und Ihrem Hund damit neue Kunststückchen beibringen. Außerdem gibt es diverse Hundespiele, meist geführt unter dem Namen “Intelligenz-Spielzeug”. Diese sind oft aus Holz oder Plastik, können mit Leckerchen befüllt werden, die Ihre Hund sich verdient indem er an dem Spielzeug Knöpfe drückt, Hebel bewegt, Hütchen anhebt oder Schubladen öffnet. Ich selber besitze ein solches Spielzeug und kann es nur empfehlen. Man sieht förmlich, wie es in Ayekas Kopf rattert, wenn wir es für Sie bereitstellen.

Genauso eignen sich auch Suchspiele, die bequem in Räumen aber auch Draußen vollzogen werden können. Sie verstecken ein Leckerchen und schicken Ihren Hund dann auf die Suche. Sie können auch mitspielen, indem Sie Ihrem Hund verschiedene Orte zeigen, die er untersuchen soll. Irgendwann zeigen Sie ihm dann vielleicht auch wirklich, wo das Leckerchen ist. Viele Hunde haben Spaß an solche Spielen, bei denen sie ihre Nase einsetzen können.

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