Mrz
26
2013

Die 3 wichtigsten Regeln für ein harmonisches Aufeinandertreffen mit fremden Hunden

Können Sie jeden Menschen leiden, den Sie treffen? Nein? Ihrem Hund geht es mit seinen Artgenossen genauso. Es gibt Personen, die wir auf Anhieb gut leiden können, andere dagegen finden wir sofort unsympatisch, seltsam oder uninteressant. Der Prozess der ersten Einschätzung dauert nur Bruchteile von Sekunden und legt den Grundstein für unser weiteres Verhalten gegenüber diesem Menschen. Wir achten auf Gesichtszüge, Gesten, Stimme und nehmen natürlich auch Dinge wie Gerüche wahr – aber wohl eher unbewusst.

Bei Hunden gibt es oft Situationen, in denen es uns als Halter wichtig ist, dass sie miteinander auskommen. Zum Beispiel bei Hunden von Verwandten oder Freunden. Wenn wir eventuell ohne Hund in Urlaub fahren, können wir ihn nur ruhigen Gewissens zu Haltern geben, bei denen wir wissen, dass sich die Vierbeiner vertragen. Aber auch gemeinsame Unternehmungen werden erschwert, wenn die Hunde sich nicht ausstehen können… Der Grundstein einer guten Hunde-Beziehung wird beim ersten Zusammentreffen gelegt. Ein schlechtes “erstes Mal” ist kaum wieder wett zu machen, und wenn, dann nur mit sehr viel Mühe und Geduld. Warum also nicht gleich alles richtig machen?

1. Der Ort

Ja, der Ort ist sehr wichtig, für die Begegnung. Die meisten Hunde betrachten bestimmte Gebiete als ihr Revier, das gilt besonders für die eigene Wohnung. Diese ist folglich ein eher schlechter Ort für ein erstes Zusammentreffen, da Ihr Hund in diesem Rahmen leichter Agressionen entwickeln wird. Sei es, um Sie vor dem Eindringling zu “verteidigen” oder seine Schätze (Futter, Spielzeug) oder das Revier an sich. Selbst wenn Ihr Hund keine solchen Ambitionen hat, können Sie nicht davon ausgehen, dass der “fremde” Hund den Boden neutral betritt. Schließlich riecht dort alles nach dem Bewohner-Hund. Das Revier ist besetzt, da liegen Spielzeuge, Futter, vieles ist wahrscheinlich fremd – das lenkt zusätzlich ab oder kann Streitereien provozieren.

Wählen Sie als Treffpunkt einen neutralen Ort. Dafür eignet sich ein Park, in dem gerade nicht zu großer Trubel herrscht, eine einsame Wiese, ein Wanderweg im Wald, oder sonst irgendein Platz außerhalb des Wohnbereichs der nicht zu stark belebt ist. Ein Ort, an dem keiner von beiden Hunden einen Revieranspruch erhebt. Außerdem gibt es hier keine Besitztümer wie Spielzeug oder Futter.

2. Ihre eigene Einstellung

Wie schon öfter erwähnt, ist Ihr Verhalten sehr wichtig, denn es beeinflusst Ihren Hund. Herrchen, die völlig nervös und angespannt zu dem Treffen gehen, mit den Zähnen klappernd vor Angst, dass die Hunde gleich aufeinander losgehen könnten sollten dringend einmal tief durchatmen und sich eine positive Grundstimmung zulegen. Gehen Sie möglichst entspannt an die Sache heran. Reden Sie nicht zu viel auf ihren Hund ein. Denken Sie daran, dass Ihr Hund kein kleines Kind ist, dem Sie gut zureden müssen. Er versteht kaum, was Sie sagen und es wirkt im schlimmsten Fall eher veränstigend oder stressend auf ihn, was widerum keine guten Voraussetzungen schafft.

Verabreden Sie vorher eine genaue Uhrzeit und seien Sie pünktlich. Langes Warten kann ebenso unnötigen Stress bedeuten. Für Sie und für den Hund ebenfalls. Welcher Hund steht schon gerne in der Gegend rum, wenn es doch so viel zu Schnüffeln und zu Entdecken gäbe? Am besten Sie gehen vorher schon eine größere Runde spazieren – vor allem, wenn Sie einen sehr energiegeladenen Hund haben. Er ist dann schon ein wenig ausgepowert und kann ruhiger an das Treffen herangehen.

3. Richtig reagieren

Die Hunde sollten sich wenn möglich mit gleichen Bedingungen treffen. Das bedeutet, dass entweder beide angeleint oder beide frei sein sollten. Begrenzte, also angeleinte, Hunde reagieren häufig aggressiver auf frei laufende Hunde. Es kommt hier datauf an, wie sicher Sie Ihren Hund abrufen können. Wenn Sie sich einig darin sind, dass Ihr Hunde auf Ihre Kommandos reagieren, spricht nichts gegen ein leinenloses Aufeinandertreffen. Wenn Sie sich dessen nicht so sicher sind, dann wählen Sie die Leine. In dem Fall achten Sie darauf, dass die Leinen nicht zu kurz gehalten werden, sich aber auch nicht miteinander verheddern. Und vor allem: Beobachten Sie! Hunde, die plötzlich steif werden und sich drohend fixieren, sollten Sie besser voneinander trennen. Jedoch sollten Sie auch nicht überreagieren. Knurren oder gesträubtes Fell sind kein Grund, gleich in Panik auszubrechen. Ein vernünftig sozialisierter Hund kann solche “Probleme” selber klären, schließlich hat er als Welpe und in anderen Hundebegegnungen gelernt, wie man sich benimmt. Hunde weisen sich gegenseitig zurecht, beschwichtigen, entschärfen die Situation womöglich von ganz alleine – vertrauen Sie auf Ihren Hund und greifen Sie nur im Ernstfall ein. Sprechen Sie sich mit dem anderen Halter ab.

 

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