Apr
30
2011

Das Geheimnis der Rute

„Klar, wenn mein Hund wedelt, freut er sich.“ – Die Rute hat aber noch viel mehr Facetten und überbringt unterschiedliche Botschaften. Nicht nur die Bewegungen sondern auch die allgemeine Haltung verrät vieles.

Waagerecht gehaltene Rute

Damit signalisiert Ihr Hund Aufmerksamkeit, zum Beispiel dann, wenn er ein Geräusch gehört hat. Ist die Rute dabei eher entspannt und locker, betrachtet ihr Hund die Situation als interessant, aber nicht als gefährlich. Ist sie hingegen starr oder gespannt deutet dies auf Alarmbereitschaft oder beginnende Aggression hin – daher kann man diese Rutenhaltung auch bei jagenden Hunden beobachten.

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Sozialverhalten

Herabhängende Rute

Lässt ein Hund die Rute locker herab hängen, ist er ruhig und entspannt.

Gesenkte Rute

Ist die Rute gesenkt und wird zwischen den Hinterläufen gehalten (aber nicht richtig eingeklemmt), drückt Ihr Hund Stress oder körperliche Schmerzen aus.

Eingeklemmte Rute

Unsichere Hunde zeigen diese Haltung. Je tiefer eingeklemmt umso ängstlicher. Dieses Signal soll Ärger vermeiden und andere Hunde beschwichtigen (er macht sich kleiner – Gegensatz zur nach oben gestreckten Rute).

Nach oben gestreckte Rute

Steht die Rute nach oben – also senkrecht oder beinahe senkrecht – imponiert der Hund. Er wirkt dadurch größer und einschüchternder; außerdem zeigt er seinen Afterbereich und demonstriert damit Selbstsicherheit. Diese Haltung sieht zwar starr aus, ist aber nicht aggressiv gemeint.

Gebogene Rute über dem Rücken

Selbstbewusste Hunde zeigen diese Rutenhaltung – oder Hunde, die selbstbewusst wirken wollen, obwohl sie unsicher sind (erkennbar zum Beispiel an zur gleichen Zeit angelegten Ohren).

Wedeln

Im Allgemeinen ist das Wedeln in erster Linie ein Zeichen für Erregung – dies kann natürlich durch Freude kommen, andererseits aber auch durch Stress oder andere starke Gefühle – somit kann also nicht verallgemeinert werden, dass wedelnde Hunde sich ausschließlich freuen.

Freudiges Wedeln ist dadurch gekennzeichnet, dass die Wedelbewegung sehr breit ist und die Hüfte des Hundes mitschwingt, im Grunde wedelt der gesamte Körper.

Wedeln mit der Rutenspitze ist eine Art Begrüßungssignal, das besonders stark bei Welpen zu beobachten ist. Aber Achtung: wird der Kopf beim Wedeln gesenkt kann dies als Angriffsstellung betrachtet werden – ein Hund der Ihnen so gegenübersteht und sie dabei fixiert wird möglicherweise auch schnappen.

Außerdem kann man manchmal feststellen, dass der Hund zu einer Seite stärker wedelt als zu der anderen – damit verteilt der Hund seinen Duft in eine bestimmte Richtung, es ist also eine Markierung.

Fazit

Die Rute Ihres Hundes ist ein wichtiges Kommunikationsmittel. Nun kann man sich gut vorstellen, wie schwer es Vertreter mit kupierten Ruten unter Ihresgleichen haben müssen. Ich hoffe dieser Artikel hilft Ihnen dabei, Ihren Hund etwas besser zu verstehen.

2 Kommentare+ Add Comment

  • Es ist unglaublich: Ein Hund, knurrt, fletscht die Zähne, seine Augen schießen Blitze, aber er bewegt seine Rute ganz langsam und steif hin und her – und der so bedachte Mensch glaubt immer noch, der Hund freut sich…

  • Was noch fehlt ist das Peitschen – ebenfalls eine Wedelbewegung der Rute, allerdings nur mit dem oberen Drittel, der untere Drittel bleibt steif. Dies ist ein deutliches Drohsignal. Einem peitschenden Hund sollte sich also nicht genähert werden.

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